3 x CUPRA TAVASCAN VZ 4DRIVE – Drei Roadtrips – Drei Länder – Ein Urteil
Was passiert, wenn man ein vollelektrisches SUV-Coupé durch Balkanwinter, Schneestürme und mitteleuropäischen Frühling jagt? Man ist verliebt und spart immens an Kosten. Drei Roadtrips, drei Länder, drei völlig unterschiedliche Straßen- und Wetterverhältnisse – und ein Auto, das jede Herausforderung mit Bravour gemeistert hat: der CUPRA Tavascan VZ 4Drive. Ich hatte das Privileg, den Tavascan auf Strecken zu testen, die kein Autohersteller freiwillig in seine Werbebroschüre aufnehmen würde. Eisige Offroad-Pisten in Zentral-Bosnien. Ein dichter Schneesturm kombiniert mit Nebel in der mittelalterlichen bosnischen Stadt Srebrenik auf der Rückreise aus Kroatien. Und schließlich eine entspannte Autobahnfahrt von Sarajevo nach Budapest zum Frühlingsbeginn. Das Ergebnis überraschte mich – nicht weil der Tavascan gut abschnitt, sondern weil er in jedem dieser Szenarien glänzte.
Roadtrip #1 — Bosnien-Herzegowina im Dezember
Eis, Offroad und ein Fotograf aus Oman
Gemeinsam mit dem außergewöhnlichen Fotografen Khalil Al Zadjali aus dem Oman erkundeten wir Bosnien-Herzegowina im tiefsten Winter. Khalil – ein wirklich hervorragender Künstler – zeigte uns das Land durch seine Linse, ich erlebte es durch die Windschutzscheibe des Tavascan. Er quasi als visueller Guide, ich hinter dem Steuer.
Die Bedingungen waren alles andere als komfortabel: bittere Kälte, kaum Schnee auf den Straßen, dafür aber teilweise vereiste Offroad-Abschnitte. Genau das, wofür der VZ 4Drive mit seinem Allradantrieb gebaut ist. Der Tavascan quittierte das Geläuf mit absoluter Gelassenheit – kein Schlupf, keine Nervosität, einfach zuverlässige Traktion.
Was mich wirklich beeindruckte: die Reichweite trotz Kälte und anspruchsvollem Terrain. Ohne Autobahn, auf kurvigen Landstraßen und Offroad-Abschnitten, bei Temperaturen weit unter null – ich erreichte eine reale Reichweite von rund 380 km. Das entspricht fast der WLTP-Angabe unter den denkbar ungünstigsten Bedingungen.

🔌 Laden in Bosnien-Herzegowina
Geladen habe ich ausschließlich bei Porsche Sarajevo – aus gutem Grund. Der dortige Lader ist der schnellste in ganz Bosnien-Herzegowina und unterstützt bis zu 350 kW. Die Aktivierung erfolgt unkompliziert über die App, und der Preis liegt bei rund einer bosnischen Mark pro kWh – umgerechnet etwa 0,50 €. Damit ist Laden in BiH nicht nur einfach, sondern auch ausgesprochen günstig.
Roadtrip #2 — Kroatien im Februar
Das Mammuttal und ein unerwarteter Schneesturm

Im Februar führte mich eine Reportage über das Mammuttal in das kroatische Dörfchen Mohovo. Die Hinfahrt war kalt und verregnet, die Straßenverhältnisse fordernd – der Tavascan fuhr souverän. Die Reichweite bei diesen Temperaturen: rund 400 km. Ein weiteres Mal übertraf das Fahrzeug meine Erwartungen.

Doch der eigentliche Test kam auf der Rückfahrt. Ein massiver Schneesturm zog auf – kombiniert mit dichtem Nebel in der Dunkelheit. Die Sicht war zeitweise auf wenige Meter reduziert. In solchen Momenten vertraut man seinem Fahrzeug blind. Der Tavascan lieferte: ruhiges Handling, präzise Lenkung, kein nervöses Ausbrechen. Der Allradantrieb des VZ 4Drive zeigte genau hier, warum er der richtige Antrieb für dieses Fahrzeug ist.

🔌 Meine neue Lieblingsladestation: Nipex bei Tuzla
In Kroatien selbst stieß ich auf eine Herausforderung: Ladestationen ließen sich über die übliche App nicht aktivieren. Doch dank der großzügigen Reichweite des Tavascan war das kein Problem – ich kam ohne Nachladen ans Ziel.

Auf dem Rückweg entdeckte ich den Hypercharger Moon mit 75 kW direkt bei Nipex nahe Tuzla – neu, direkt auf der Hauptstraße, kein Umweg nötig. Er lässt sich über die e-Go App aktivieren, und selbst wenn der angrenzende Autohändler geschlossen hat, ist das Team unglaublich zuvorkommend. Ich konnte mich ins Studio setzen und arbeiten, während der Tavascan lud. Eine Ladestation, die ich seither mehrfach angesteuert habe – und die ich uneingeschränkt empfehle.
In Tuzla gibt es zwar weitere Ladestationen, aber Nipex liegt perfekt auf dem Weg – ohne auch nur einen Kilometer Umweg. Das ist für mich das entscheidende Kriterium.
Roadtrip #3 — Sarajevo → Budapest → Sarajevo
Die große Überraschung: Ungarn
Meine dritte Reise mit dem Tavascan führte mich von Sarajevo nach Budapest zur Konferenz Donauschwäbische Frauen im Europa von heute, bei der ich auch eine Präsentation über Bosnien-Herzegowina hielt. Frühlingsbeginn, Autobahn, entspannte Temperaturen – und die größte positive Überraschung der gesamten Testreihe: Trotz Autobahnfahrt – die traditionell die größte Belastung für die Reichweite eines Elektroautos darstellt – erreichte der Tavascan einen Durchschnitt von rund 420 km realer Reichweite. Das ist bemerkenswert und zeigt, wie effizient der Antriebsstrang des VZ 4Drive auch bei höheren Geschwindigkeiten arbeitet.

🔌 Laden auf der Strecke und in Budapest
Auf dem Weg habe ich in Osijek (Kroatien) geladen – unkompliziert, über die Elen App, kein Problem. Die dortige Infrastruktur ist solide, allerdings gibt es auf dieser Route leider keinen Hypercharger über 50 kW. Das bedeutet: mindestens 45 Minuten Ladezeit einplanen. Ich habe das positiv genutzt und bin in eine Mall gefahren, um einzukaufen, etwas zu essen und Osijek ein bisschen kennenzulernen. Laden als Reisepause – das funktioniert.

Budapest selbst war eine Klasse für sich. Zwei IONITY-Ladestationen mit bis zu 350–400 kW machen die ungarische Hauptstadt zu einem der bequemsten Ladeziele. Nach meinen Abendterminen bin ich jeweils direkt zur Ladestation gefahren: 20 Minuten auf 80 % – und fertig. Laden in Budapest ist schlicht kein Thema.
Cupra Tavascan — Mehr als Technik
Das Exterior zieht Blicke auf sich – überall, in jeder der drei Länder, die ich bereist habe. Das geschwungene SUV-Coupé-Design ist sofort erkennbar, avantgardistisch ohne modisch zu wirken. Aber was mich wirklich überrascht hat, war das Interior.

Das Ambilicht. Der große Panorama-Touchscreen. Das Panoramadach, das jeden Innenraum in Licht taucht. Der überraschend großzügige Platz – auch hinten, auch für große Personen. Es ist diese Kombination aus Sportlichkeit und Komfort, aus Design und Funktionalität, die den Tavascan so besonders macht. Er fährt sich leicht, direkt, lebendig – und macht gleichzeitig lange Strecken mühelos.
Für Abenteurer. Für Designliebhaber. Für alle, die Avantgarde nicht nur als Wort, sondern als Fahrerlebnis verstehen wollen.
Die Kosten im Vergleich zu einem Diesel Auto
Auch beim Thema Kosten zeigt der Vergleich mit einem Diesel-SUV wie dem VW Tiguan TDI, wie viel man mit Elektromobilität im Alltag wirklich spart.


TECHNISCHE DATEN
| Modell | CUPRA Tavascan VZ 4Drive |
| Antrieb | Allrad (Dual Engine) |
| Leistung | 250 kW / 340 PS |
| Drehmoment | 545 Nm |
| 0–100 km/h | 5,5 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
| Batterie (netto) | 77 kWh |
| Reichweite (WLTP) | bis 512 km |
| Reichweite (real, Winter) | 380–420 km (eigene Messung) |
| Max. DC-Ladeleistung | 135 kW |
| Laden 10–80 % | ca. 29 Minuten |
| Verbrauch kombiniert | 17,1–18,5 kWh/100 km (WLTP) |
| Kofferraumvolumen | 540 Liter |
| Sitzplätze | 5 |
| CO₂-Emissionen | 0 g/km |
LADEÜBERSICHT DER DREI ROADTRIPS
| Land | Ladestation | Max. kW | Kosten ca. |
| 🇧🇦 Bosnien-Hz./Sarajevo | Porsche Sarajevo | 350 kW | ~0,50 €/kWh |
| 🇧🇦 Bosnien-Hz./Tuzla | Hypercharger Moon (Nipex) | 75 kW | ~0,50 €/kWh |
| 🇭🇷 Kroatien/Osijek | Elen (auf dem Weg) | 50 kW | ~0,49 €/kWh |
| 🇭🇺 Budapest | IONITY (2 Standorte) | 350–400 kW | siehe IONITY App |
Fazit
Drei Roadtrips. Drei Länder. Drei völlig unterschiedliche Straßen- und Wetterverhältnisse. Und ein Ergebnis, das klarer nicht sein könnte.
Der CUPRA Tavascan VZ 4Drive ist kein Stadtauto, das man gelegentlich auf die Autobahn lässt. Er ist ein echter Reisebegleiter – robust genug für vereiste Offroad-Pisten, zuverlässig genug für Schneesturm und Nebel, effizient genug für entspannte Autobahnkilometer. Und das alles in einem Fahrzeug, das man schlicht nicht satt sehen kann.
Alle Reichweiten- und Ladedaten basieren auf eigenen Messungen und Erfahrungen. Testfahrzeug: CUPRA Tavascan VZ 4Drive, Zeitraum Dezember 2025 – März 2026.

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