„Heute geht es in den Osten des Landes und Du darfst Schweizer Käse essen.“ Mein Cousin Faruk grinst, während wir unser Equipment in den Land Rover Defender packen. Klar, Schweizer Käse in Bosnien-Herzegowina. Das Land hat zwar hervorragende Käsesorten, doch einen Hartkäse, wie wir ihn kennen, nicht. Hier finden wir eher die Sorte Hirtenkäse bevorzugt aus Schaf- oder Ziegenmilch, sowie Art Ricotta, nur etwas fester und cremiger.
Er meint es aber ernst. Nun gut, dieses kleine Land in Form eines Herzens mitten in Europa ist voller Überraschungen. Es hat etwa die Flächengröße der Schweiz und um 3.8 Millionen Einwohner. Die meiste Fläche ist unbewohnt. Und das hat einen Grund. Der Großteil des Landes ist extrem bergig und mit Waldflächen bedeckt.
Auch heute geht es zu einem off-road Trip durch tiefe und unberührte Wälder. Noch sind wir auf der Landstraße Richtung Stadt Foča. Es ist noch früh und der Nebel hängt in den Baumwipfeln. Ich halte an, um die mystische Natur auf mich wirken zu lassen. Langsam bewegen sich die Nebelschwaden wie durchsichtige weiße Tücher. Es ist, als ob wir uns zwischen dem Jenseits und Diesseits in der slawischen Mythologie befinden. Es ist ruhig. Nur der leichte Wind, der durch die Wälder wandert, ist wie ein Wispern zu vernehmen.
Wir müssen weiter. Je mehr wir uns dem Osten des Landes nähern, umso heller wird es. Unser erster Stopp ist das Sutjeska Memorial Monument im Örtchen Tjentište. Hier kämpften jugoslawische Partisanen gegen Hitlers Truppen im Zweiten Weltkrieg. International bekannt wurde die Schlacht nach dem Erscheinen des Movies ‚Die fünfte Offensive‘ mit Richard Burton als Hauptdarsteller aus dem Jahr 1973.
Heute steht am Ort des Geschehens eine imposante Skulptur. Das moderne Kunstwerk scheint alterslos zu sein und gliedert es sich wunderbar in die Natur. Vieler solcher übergroßen Artefakte finden sich im ehemaligen Jugoslawien, die von Architekten und Künstlern geschaffen wurden. Sie sind bis heute Unikate und vom solch internationalen Interesse, dass das Museum MOMA in New York ihnen 2018 und 2019 eine eigene Ausstellung widmete.
Faruk und ich sind allein. Nur ein Kätzchen kommt uns entgegen und legt sich unter das noch warme Auto. Wir laufen den Hügel zum majestätisch wirkenden Objekt hoch. Das Sutjeska Memorial wirkt wie ein Tor zwischen zwei Welten. Es ist schön aber es herrscht auch eine bedrückende Stimmung. Ob es auch am Nebel liegt, der immer noch da ist? Ich weiß es nicht.
Nachdenklich fahre ich weiter. Ein Betonklotz, aus dem Formen herausgearbeitet wurden, so dass sie Eindruck hinterlassen. Es ist mehr als nur ein Klotz – es ist ein durch den Künstler beseeltes Objekt geworden.
Wir verlassen die Landstraße. Es geht wieder in den tiefen Wald hinein über Schotterwege. Der Wald leuchtet intensiv in allen Herbstfarben, auch dank der Sonnenstrahlen, die durch die Bäume auf die Erde treffen. Der Wald ist so dicht, dass man kaum durchsehen kann.
Die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Ja, genau richtig gehört – es geht so lange durch den Wald bis zu einer Lichtung in 1250 Höhe über dem Meeresspiegel. Unser Ziel ist die Plateau-Ebene über der Schlucht des Flusses Tara, der tiefsten Europas, direkt an der Grenze Montenegros.
Eine gehisste Schweizer Fahne begrüßt uns bei unserer Ankunft. Milan, einer der Mitarbeiter auf der Farm, kommt uns freudig mit seinen beiden bosnischen Hirtenhunden der Rasse Tornjak entgegen. „Sehr schön, Ihr habt Sonne mitgebracht!“ Jerry und Chikita holen sich gleich ein paar Streicheleinheiten. Drei Holzhütten im Schweizer Stil stehen da, daneben der Stall, aus dem kein unangenehmer Geruch kommt.
Ich hätte auch in der Schweiz sein können. Vögel zwitschern und es riecht nach wilden Kräutern und Gras. „Wo sind die Kühe?“ Milan lacht: „Sie sind draußen auf der Weide, müssten aber bald zum Melken kommen. Bis dahin zeige ich Dir unsere Hütten!“ Diese können gemietet werden. Sie sind liebevoll und spartanisch eingerichtet, wie es sich für eine zünftige Berghütte gehört. Der Ausblick aus dem Schlafzimmer ist unglaublich romantisch – Berge und Natur, soweit das Auge reicht.
Milan führt uns ins Hauptgebäude. Im Erdgeschoss wird Frühstück an die Gäste gereicht. Im oberen Stockwerk befinden sich wunderschöne Apartments zum Anmieten. „Habt Ihr Hunger? Ich habe eine Brotzeit zubereitet!“
Der Käse! Tatsächlich! Ein Schweizer Hartkäse! Ich greife zu. Von der Konsistenz her wie ein gut gereifter Parmesan, vom Geschmack her wie ein gut gereifter Kräuter-Bergkäse, der nicht streng riecht! Milan gibt uns noch in Olivenöl eingelegte Käsehappen und getrockneten Steinpilzen aus der Region. Das Glas ist bald halb leer. Er schmeckt wirklich einzigartig! Vertraut und doch anders. „Das liegt an den Gräsern hier“, erklärt Milan.
Wir laufen bis zur Spitze des Plateaus. Es geht tief runter. Das Rauschen des Flusses Tara ist zu vernehmen. Während die Natur hier immer noch grün ist, leuchtet ihr Wasser, das man aus der Ferne sieht, strahlend blau. Am Horizont scheinen die Berge kein Ende zu nehmen.“ „Da drüben ist schon Montenegro“, erklärt Milan, während wir am Felsen sitzen und auf den Sonnenuntergang warten.
Jerry und Chikita tollen fröhlich herum und holen sich immer wieder Streicheleinheiten von uns. „Sie sind immer mit am Start“, lacht Milan. Er ist einer von zwei Familien, die sich um die Farm in zwei Schichten kümmern. Eröffnet wurde die Käserei vom Schweizer Unternehmer Tatomir Jovicic im Jahre 2014. Das Land hatte er von seiner Familie vererbt bekommen. Als Kind hatte er hier sehr gerne seine Ferien bei den Großeltern verbracht. 1992 wanderte er in die Schweiz aus, doch die Liebe zur Heimat blieb. Und so wurde die Idee zur Käserei geboren.
„Es ist Zeit, unsere Kühe müssten da sein!“ Natürlich will ich sie sehen, aber ihnen nicht zu nahekommen – ich habe vor Kühen Angst. Etwa 22 Kühe der Rasse Brown Swiss, die der Besitzer hat aus Slowenien bringen lassen, drängen in den Stall, aus dem Queen lautstark aus einem Radio heraus schallt. Ok, sie sind sehr niedlich – eigentlich sehen sie wie kleine Teddybären aus mit den buschigen großen Ohren.
Ich bleibe vor dem Stall stehen. Milan dreht sich zu mir um: „Komm rein, dann kannst Du Dir unsere Kälbchen ansehen!“ Mein Cousin Faruk lacht: „Die kommt nicht, sie hat Angst vor ihnen!“ Nun packt mich doch der Mut. Ich gehe rein und bin erstaunt. Es stinkt nicht nach Kuh! Und der Bulle schaut so liebevoll drein, dass ich ihn streichle. Die Tiere sind sehr sauber.
„Striegelt Ihr sie täglich?“ Milan verneint. „Unsere Kühe sind die ganze Zeit draußen, außer im Winter, und bewegen sich frei. Außerdem fressen sie nur einheimische Gräser in der Natur und im Winter Heu von ebendiesen Weiden. Daher bleiben sie sauber und es riecht nicht nach Stall. Sie werden auch nicht krank und kalben von alleine.“ Dafür geben sie nicht so viel Milch. Doch das ist auch nicht der Sinn der Sache. Hier darf Kuh alt werden bis zu 15 Jahre und wird nicht, wie bei uns üblich, nach durchschnittlich fünf Jahren zum Schlachter geführt, weil sie nicht mehr die Menge an Milch liefert, wie erwünscht. Nachdem sie gemolken wurden, traben sie glücklich wieder raus auf die Weide. Es sind glückliche Tiere und das sieht man ihnen an. Ob sie Namen haben? „Ja haben sie, aber wir verwenden sie kaum“, lacht Milan.
Der Käse wird nach alter Schweizer Tradition per Handarbeit hergestellt. Die Käselaiber stapeln sich in den Regalen. Jeder wird per Hand alle vier Tage gedreht und mit Salzwasser eingerieben. Und dann steht da ein übergroßer Kupferkessel über einer Feuerstelle. „Hier wird die Milch warm gemacht nach dem Melken“. Es ist wie in einer vergangenen Zeit, in der Lebensmittel im Einklang mit der Natur hergestellt wurden. Der Käse reift zwischen drei und 15 Monaten.
Schon nach drei Jahren hat er auf Messen auf dem Balkan goldene Preise gewonnen. Der Käse trägt den schönen Namen Zlatni Sir, was übersetzt Goldener Käse bedeutet. Der Name ist verdient.
Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Ich kaufe ein halbes Kilo am Stück und zwei Gläser mit den eingelegten Käsehappen und getrockneten Steinpilzen. Der Preis: etwa 20 € für alles. 17 € kostet ein Kilo Käse. Das ist sogar teuer im Land, für uns sehr günstig für dieses wertvolle Bioprodukt. „Wollt Ihr nicht hier in der Hütte übernachten?“ Würden wir gerne. Aber morgen wartet schon eine andere Tour auf uns. Ich verabschiede mich wehmütig von Jerry und Chikita, den beiden liebevollen Hunden der Farm. Ich habe viele Lieblingsorte in meiner Heimat, die ich ins Herz geschlossen habe – dieser gehört nun sicher dazu.
– 8-Gang-Automatikgetriebe, Allradantrieb (AWD)
– Adaptive Dynamics (Adaptives Fahrwerk)
– Elektronisch geregelte Luftfederung
– Terrain Response
– Torque Vectoring by Braking (TVBB)
– Zweistufiges Verteilergetriebe (Straßen-/
– 20-Zoll-Leichtmetallfelge mit 5 Speichen, Gloss Sparkle Silver (Style 5094)
– Außenspiegel, elektrisch ein- und ausklappbar
– beheizbar, mit Abblendautomatik und Umfeldbeleuchtung
– Bremssättel, unlackiert
– Panoramaschiebedach, mit elektrischer Sonnenblende
– Santorini Black
– 19-Zoll-Leichtmetallfelge mit 6 Doppelspeichen, Gloss Black (Style 6010)
BLACK PACK
OFF-ROAD-PAKET
OFF-ROAD-PAKET PLUS
WINTER-PAKET
KOMFORT-PAKET PLUS