Mirbat – Tauchparadies mit den ewigen Jagdgründen Nemos und ehemaliger Handelsstützpunkt im Oman

normales sonniges wetter Salalah oman
Wenn in der sogenannte Khareef-Zeit kein Monsun, vorherrschst ist es trocken und sonnig.

Wenn Du entlang der omanischen Ostküste Deinen Zollstock anlegst, ohne mit dem Wasser des Arabischen Meeres in Berührung zu kommen, wirst Du sehen, dass sich die Stadt Mirbat im Oman still und heimlich in die „Sperrzone“ Ozean stiehlt. Sie bildet – Luftlinie gerechnet – eine Tangente mit der Ortschaft Lakabi, die Ras Madrakah rechts und Duqm locker links liegen lässt. Eines haben all jene Orte gemeinsam: Als Küstenstädte bieten sie Dir freien Zugang zum Meer und all seinen offensichtlichen sowie (noch) verborgenen Schätzen. Mirbat hat sich im Quartett der Küstenorte deutlich herauskristallisiert. Er ist einer der gefragtesten Tauchspots im Oman, nicht überlaufen, lockt mit erstklassigen Sandstränden und birgt mit einer atemberaubenden Geisterstadt noch das ein oder andere dunkle Geheimnis. Drücke Deine Zehen in den feuchten Sand, schließe Deine Augen und fülle Deine Lungen mit purer Meeresluft! Mirbat im Oman ist sowohl über, als auch unter Wasser eine unglaublich hinreißende Komposition zwischen dem Sport der Moderne und der traditionellen Geschichte des Omans.

Hotspot Mirbat – perfekt für einen aktiven Stopover von der Karibik des Orients

Der verführerische Wimpernschlag Mirbats entfaltet sich im Süden des Sultanats. Die nächstgrößte Stadt ist Salalah, die auf ihre Art und Weise mindestens genauso bezaubernd, aber um ein Vielfaches trubeliger ist. In etwa 70 km und einer Stunde Fahrzeit hast Du die Distanz zwischen Salalah und Mirbat überbrückt. Auf etwa der Hälfte der Strecke lohnt ein Abstecher zu einem der schönsten Strände des Omans – dem feinzuckrigen Taqa Beach. Im Endeffekt gibt es nur eine Straße, die Dich von Salalah aus immer weiter gen Osten wie von Zauberhand in den Fängen des warmen Windes trägt. Es ist die NA49, die in Mirbat ihren Scheitelpunkt an der Küste verlässt und sich anschließend für eine Weile weiter durch das karge Land im Süden des Sultanats schlängelt. Solltest Du bisher lediglich Salalah angepeilt haben, ist Mirbat im Oman ein Must-see für einen Tagesausflug.

Top-Highlights Mirbats – Aktivurlauber und Sonnenanbeter geben sich die Klinke in die Hand

Als ehemalige Handelsbasis mit der für den Oman so wichtigen Handelsschifffahrt war Mirbat schon im 17. Jahrhundert ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt im Sultanat. Die Stadt kommt mit einer Historie daher, die ihresgleichen sucht. Solltest Du schon immer gern Deine Nase tief in die Geschichtsbücher gesteckt haben, sind die Sehenswürdigkeiten in Mirbat für Dich ein echtes Schlaraffenland. Falls Du lieber Deine Flossen streichelst und Dich in eine Neopren-Hülle zwängst, die kein Gramm gnädig verschwinden lässt, ist Mirbat im Oman ein willkommener Ort, um schlicht und einfach mal wieder abzutauchen.

Mirbat Castle

Wie es sich für eine Festung gehört, liegt Mirbat Castle oberhalb des Zugangs zur Stadt. Von hier aus konnte man im 18. Jahrhundert den feindlichen Gegner bestens im Auge behalten. Dieses Jahrhundert war übrigens auch die Blütezeit des Handels mit Weihrauch. Das Fort hatte seinen letzten großen Auftritt am 19. Juli des Jahres 1972. Hunderte Aufständische aus der südlichen Region Dhofar kämpften gegen die sultanischen Truppen, nachdem sie Mirbat besetzten. Mirbat Castle wurde damals von nur wenigen Verteidigern, die sich gegen die Rebellen auflehnten, bewacht. Dies gelang unter dem Zuhilfeeilen durch die Königlich Omanische Luftwaffe. Die Niederlage der Rebellen läutete schlussendlich gleichzeitig auch das Ende des Dhofar-Krieges ein. Unglaublich: Es war das letzte umkämpfte Fort der Welt, das in die Geschichtsbücher einging.

Die Festung wurde mittlerweile restauriert und öffnet für Besucher montags bis donnerstags sowie sonntags von den Morgen- bis in die frühen Nachmittagsstunden. Freitags und samstags ist das Fort geschlossen. In einer detailgetreuen Nachbildung der Räume erhältst Du einen Einblick in das damalige Leben der Verteidiger. Im Außenbereich halten sich die alten Kanonen für ein gemeinsames Foto mit Dir bereit. Darüber hinaus ist es eine gute Idee, den Hügel von Mirbat Castle empor zu klettern. Denn von hier oben hast Du eine sagenhafte Aussicht auf den schneeweißen Mirbat Beach, der mit seinen sanft anrollenden Wellen etwas Bewegung in die Stille einer längst vergessenen Zeit bringt.

Mirbat Beach

Solltest Du die Einsamkeit lieben, ist der Strand von Mirbat ein idealer Ort, um mit Deinen Gedanken, dem Wind und dem Meer alleine zu sein. Charakteristisch für das verwaiste Kleinod sind die in der Ferne sichtbaren Altruinen der Stadt, die sich wie Bauklötze in die hitzegeschwängerte, flimmernde Szenerie drücken. Vereinzelt ankern hier ein paar Boote, die niemandem so recht zu gehören scheinen. Tatsächlich werden sie von den Locals genutzt, die sich damit auf den Fischfang begeben. Eine touristische Erschließung suchst Du am Strand vergebens. Stattdessen begegnest Du einer unmusikalischen Stille. Der Strand ist in mehrere pittoreske Buchten segmentiert und hier und da wirst Du ein paar größere Sedimente in Form von Naturstein erspähen. Mirbat Beach ist für einen Aufenthalt mit Kindern eher ungeeignet, da jegliche Gastronomie fehlt und auch Sanitäranlagen mit Abwesenheit glänzen. Für Alleinreisende oder Paare ist es ein Ort, der zu innerer Einkehr in völliger Abgeschiedenheit einlädt. Du erreichst den Strand prima mit dem Mietwagen und kannst in unmittelbarer Nähe parken. Genieße ein natürlich sauberes Idyll und Augenblicke purer Romantik.

Ultrawichtig:

Zwischen Mai und August ist die Strömung am Strand von Mirbat extrem stark. In dieser Zeit ist das Bad im Meer aufgrund von Lebensgefahr gänzlich verboten!

Fischereihafen Mirbat

Der Hafen von Mirbat im Oman ist vielmehr ein Häfchen und bezaubert mit seinen in Aquamarinblau und Weiß getünchten Fischerbooten sowie traditionellen Dhows. Während sich die Einheimischen in den meerseitig gelegenen Cafés vom Leben treiben lassen und die Fischer damit beschäftigt sind, ihre gefangenen Fische zu systematisieren, Boote zu schrubben sowie Netze zu flicken, kannst Du den Möwen in aller Seelenruhe dabei zuschauen, wie sie sich – mit ihrer gefiederten Kehrseite im Wasser – von den Wellen nonchalant schaukelnd tragen lassen. In der Blütezeit im 17. bis 18. Jahrhundert galt Mirbat als bedeutender Weihrauchhafen. Außerdem wurden hier arabische Zuchtpferde gehandelt. Sie reihten sich mit einer Weihrauch-Wolke auf den Schiffen ein, die von Indien und China in Mirbat einliefen. Nachdem der Fang von Abalone-Schnecken wie Seeohren und Meerohren seitens der omanischen Regierung aufgrund von Überfischung auf jährlich nur wenige Tage streng limitiert wurde, kämpft Mirbat noch immer um jeden Touristen. Mit Deinem Besuch im Hafen von Mirbat im Oman trägst Du demnach einen großen Teil dazu bei, dass das beschauliche Städtchen künftig wieder eine wirtschaftliche Perspektive hat. Bummele entlang des Kais und lasse die Bilder der vergangenen Zeiten vor Deinem geistigen Auge erscheinen. Bestimmt wirst Du den Zauber der alten Handelskultur noch heute bei einem leichten Anflug von Gänsehaut spüren.

Old Town of Mirbat

Die unterschätzte Stadt im Gouvernement Dhofar kannst Du wirklich nicht verfehlen. Denn Deine Ankunft bezeugen zwei Pferdestatuen, die Dich in Mirbat willkommen heißen. Sie stehen für die Bedeutung des Ortsnamens „Mirbat“, der soviel wie „Pferdemarkt“ bedeutet. Sobald Du den kolossalen Torbogen passiert hast, empfängt Dich eine echte Geisterstadt. Stelle sicher, dass Du bei der Fahrt durch die Altstadt Dein Tempo erheblich drosselst. Die Häuser hier sind so fragil, dass es theoretisch allen Ernstes passieren könnte, dass eine Häuserfassade bei zu starker Erschütterung auf Deiner Motorhaube landet. Das liegt daran, dass die Gebäude hier extrem baufällig sind und wie ein ehemaliger Kriegsschauplatz anmuten. Die zerstörten Häuser wurden von den Rebellen während der Dhofar-Rebellion bewohnt. Und doch: Die Straßen sind ordentlich gepflastert. Wenigstens gefühlt ein bisschen Leben, das seinerzeit hier scheinbar Einzug gehalten hatte. In der Altstadt Mirbats ist es schwierig zu entscheiden, was nun eher aufs Foto soll: Vergangenheit oder Gegenwart? Denn zwischen die zertrümmerten Häuser schieben sich prächtige und scheinbar bewohnte Gebäude, die mit hübschen Zinnen und Arrangements in Form von Wehrtürmen versehen sind. Auch eine kleine Moschee erhellt die recht düstere Szenerie mit modernem omanischen Leben.

In der Nähe von Mirbat Castle wirst Du außerdem noch ein paar Handelshäuser vorfinden. Auch wenn diese dachseitig nicht mehr ganz dicht sind, so strahlen ihre mit wertvoller Schnitzkunst versehenen Holztüren Anmut aus. Die Handelshäuser von Mirbat im Oman waren einst bedeutsam für den Weihrauch- und Gewürzhandel. Später zogen hier die Wüstenkarawanen los, die sich bis in den omanischen Norden durchschlagen konnten. Es ist angedacht, die verfallenen Häuser der Altstadt zu restaurieren. Wann dies geschieht, steht jedoch in den arabischen Sternen.

Unterwegs in und um Mirbat – die schönsten Unternehmungen in der südostomanischen Wildnis

Bin Ali Tomb:

Auf der Strecke zwischen Salalah und Mirbat – etwa 2 km vor den Toren der Stadt – zwirbeln sich Dir schon von Weitem in ein Schier-Weiß getauchte Spitzhütchen entgegen. Sie markieren die Kuppeln des Grabmals vom Heiligen Bin Ali, die sich sanft in den wolkenlos blauen Himmel recken. Das Mausoleum beherbergt die sterblichen Überreste des 1161 verstorbenen Shaikh Muhammad bin Ali al-Alawi, der einst aus Hadramaut im Jemen einwanderte. Er ist ein Nachfahre von Kalif Ali bin Abi Talib, bei dem es sich wiederum um den Schwiegersohn und Cousin Mohammeds handelte. Rings um das Mausoleum spießen weitere Grabsteine – meist abgebrochene Felsstücke – in den kargen, trockenen Boden. Bei wenigen Exemplaren kannst Du kryptische Inschriften erkennen. In ihnen spiegelt sich die sunnitische Ausrichtung der islamischen Religion wider. Diesen heiligen Ort erreichst Du über eine schmale Zufahrt. Auch einen Parkplatz gibt es hier. Das Mausoleum ist eine Art Pilgerstätte, auch wenn es im Islam eigentlich nicht üblich ist, Heiligengräbern einen spirituellen Effekt zuzuschreiben. Sein Inneres bietet Gläubigen eine Möglichkeit zum Gebet. Für den Zutritt hast Du als Frau Dein Haar mit einem Tuch vollständig zu verhüllen. Deine Schuhe werden während des Besuchs draußen in der Sonne brutzeln.

Altstadt von Sadah:

Einsamer geht’s nimmer? Aber immer! Etwa 50 Fahrminuten und 60 km weiter östlich von Mirbat im Oman triffst Du auf ein touristisch verwaistes Örtchen mit freundlichen Einheimischen, die bei Deinem Anblick große Augen machen werden. Urlauber verirren sich hierhin in den seltensten Fällen. Und wenn, dann sind sie meist auf der Durchreise in den Norden. Solltest Du Lust auf den Oman in seiner reinsten Form haben, bist Du in Sadah gut aufgehoben. Hier kannst Du durch kleine beschauliche Gassen bummeln und in bezaubernden Straßenlokalen Fisch-Biryani probieren. Einen Strand- und „Hafen“-Spaziergang kannst Du hier ebenfalls genießen und dabei das Geheimnis der vielen an der Küste parkenden Autos ergründen.

Klippen von Hasik:

Am östlichsten Zipfel der Region Dhofar triffst Du auf dramatische Sandsteinformationen, die wild ins Meer hinabstürzen. Keine zwei Stunden bist Du bis hierhin von Mirbat aus unterwegs, um die Rauheit der Natur in ihrer vollendeten Form auf Deiner Haut zu spüren. In den Buchten um Hasik kannst Du mit etwas Glück zahlreiche Kormorane erspähen, die hier einen Platz zum Verweilen finden. Die schmale Straße führt direkt am Meer vor der Kulisse steil emporragender Berge entlang und bietet Dir einen unbeschreiblichen Panoramablick, der das Ausrufezeichen über Deiner Stirn zwischen Wunderland und Niemandsland alternieren lässt. Ein leuchtend rosafarbener Strand fordert schließlich Deine Aufmerksamkeit ein. Er setzt sich aus pulverisierten Schneckenhäusern und Muschelschalen zusammen. Auch handtellergroße Muscheln kannst Du hier finden. Übrigens leben vor der Küste von Hasik putzige Delfin-Kolonien. Wenn Du etwas Zeit und Geduld mitbringst, kannst Du ihnen beim Tanz im Meer zuschauen.

Abalone-Stützpunkte um Mirbat, Sadah und Hasik:

Mit etwas Glück reist Du im Dezember zu einer sehr günstigen Zeit in den Oman. Es ist der Monat, in dem der Kick-off für die Abalone-Tauchsaison stattfindet. In den Buchten um Mirbat und Sadah sowie die nordöstlich gelegene Ortschaft Hasik sind in dieser Zeit die Parkplätze mit den Autos der Einheimischen massiv belegt. Von hier aus kannst Du den Abalone-Tauchern dabei zu schauen, wie sie Netze über Netze mit der kostspieligen Meeresdelikatesse zu Tage fördern. Um die 200 Euro pro Kilogramm sind schon ein happiger Wert, der in den Tiefen der omanischen Ostküste ruht. Vom Oman aus wird die Edelschnecke in asiatische Länder wie Japan exportiert.

Tiefseetauchen auf Khuriya Muriya Islands ab Ash Shuwaymiyyah:

Für ein echtes Tiefsee-Abenteuer beim Tauchen im Oman ist die Ostküste ein Mega-Hotspot. Scheinbar schwerelos gleitest Du hier in die Tiefen des Ozeans hinab und hast sogar die Möglichkeit, dramaturgisch wertvoll anmutende Schiffswracks zu betauchen. Die fünf kleinen Inselchen der Khuriya Muriya Islands zählen zu den begehrten Tauchbasen im Oman. Da es hier keine Fähre gibt, die Dich zu den Inseln bringt, bist Du auf einen Exklusiv-Charter angewiesen. Diesen kannst Du HIER buchen. Er startet ab Ash Shuwaymiyyah und bringt Dich zu den Spuren Nemos. Von Mirbat aus bist Du bis zum Wadi Ash Shuwaymiyyah etwa zweieinhalb Stunden und überschaubare 210 km on the road. (https://www.alhoulydiving.com/services/daily-boat-trips/)

Ras Mirbat:

Direkt vor Mirbat findest Du ein Riff, welches in seiner Topografie an vier Finger erinnert. Hier kannst Du Dich dem Tauchgang auf einer Tiefe zwischen 7 und 25 Metern hingeben. Außerdem schlafen die Schiffswracke „Chinese Wreck“ und „Marriott Wreck“ vor Mirbat im Oman ihren Dornröschenschlaf. Neben Nemo und den verschiedensten Snapper-Spezies begegnest Du hier unter anderem Füsilieren, Rochen, Sepien und griesgrämig dreinblickenden Muränen-Gattungen. Tauchgänge vor Mirbat lassen sich an insgesamt etwa 25 exklusiven Tauchspots realisieren.

Wadi Hinna:

In der Nähe von Mirbat im Oman kannst Du das Hier und Jetzt für einen Moment lang verlassen und Dich in die Welt der umliegenden Berge begeben, die wie von einem anderen Stern anmutet. Denn das Wadi Hinna ist ein Ort, der nur unter Kennern geortet wird. Es gibt hier weder Straßenbezeichnungen, noch eine exakte Route, die Dir von den Reiseführern vorgeschlagen wird. Aktiviere daher die Koordinaten 17.053864, 54.609977. Sie führen Dich zum Wadi Hinna mit seinen beeindruckenden Baobab-Bäumen. Unter den Koordinaten 17.054243, 54.608153 finden sich zauberhafte Naturpools und vom Salalah View Point mit den Koordinaten 17.057833, 54.609870 aus genießt Du einen atemberaubenden Ausblick aus der Vogelperspektive. Fährst Du die einzige hier entlang führende Straße weiter gen Norden, bauen sich unter den Koordinaten 17.063279, 54.597146 die Masjid Rehman Moschee und Al-Taqwa-Moschee (Koordinaten: 17.070772, 54.626982) majestätisch vor Dir auf.

Wadi Shaabon:

Noch bevor Du am Wadi Hinna einrückst, liegt von Mirbat aus das Wadi Shaabon zu Deiner rechten Seite (Koordinaten: 17.053682, 54.644242). Lege einen Zwischenstopp am Foto-Punkt im Shaabon Valley unter den Koordinaten 17.049726, 54.638985 ein und lasse das Plätschern der im Wadi sprudelnden Quellen zu Deinen Ohren dringen. Die Wadis um Mirbat sind wahrhaftige Insider-Tipps, die Abenteurer-Herzen höher schlagen lassen!

Mirbats jahrtausendealte Geschichte

Aus der Perspektive des omanischen Handels betrachtet, legte die Bedeutung Mirbats nach dem 10. Jahrhundert nicht nur einen Zahn zu, während gleichzeitig die des Seehandel-Brennpunkts Sohar an der Nordküste im Oman zusehends in der Gunst der meist asiatischen Seehändler sank. Die gesamte Welt des Seehandels von Mirbat im Oman drehte sich um die Verschiffung des exquisiten Gummiharzes Weihrauch, welche seinerzeit im Oman einer Götterdämmerung glich. Mirbat heimste sich diesen Vorteil ein, nachdem die portugiesischen Besatzungsmächte aus Al Baleed verschwanden. Denn der antike Weihrauchhafen vom Großstadt-Juwel Salalah genoss einst den Ruf des unangefochtenen Spitzenreiters in Sachen Weihrauch-Export. Übrig blieb Mirbat als einziges und letztes dhofarisches Handelszentrum. Der Export über den Seeweg war jedoch nicht der einzige Streich, der Mirbat über die Landesgrenzen hinaus ein hohes Ansehen bescherte. Wüstenkarawanen verfrachteten den edlen Odor durch die Sandwüste Rub al-Khali hinweg bis nach Saudi-Arabien. Diese Mission lief jedoch nicht ganz freiwillig. Piraterie machte sie von 1600 bis 1800 notwendig, da der Seeweg um den Golf von Aden sowie das Rote Meer unter Androhung von Waffengewalt belagert wurden.

Als international unvergessenes Ereignis ging schließlich der Dhofar-Aufstand mit der Schlacht von Mirbat am 19. Juli 1972 um 5 Uhr morgens in die Chronik ein. Die abgeschiedene Perle im Süden des Omans war gleichzeitig der Wendepunkt in der Rebellion von Dhofar. Nach dem Angriff der Rebellenarmee auf den Stützpunkt in der Festung von Mirbat hatten in Windeseile Luftwaffenkräfte das Abwehrfeuer übernommen. Auch Helikopter kamen unterstützend zum Einsatz. Die Verteidigung gelang und schon bald war von den Rebellen weit und breit keine Spur mehr zu erkennen. Insgesamt 41 Todesopfer – 38 davon auf der gegnerischen Seite – stehen für einen blutigen Kampf, der für ein friedliebendes Volk wie die Omanis nur schwer vorstellbar ist. Die Verteidigung von einem Fort aus wurde mit der Dhofar-Rebellion in Mirbat auf der ganzen Welt – glücklicherweise – ein letztes Mal gesehen.

360°-Notfall-Kompass für Mirbat

Wie viele Einwohner Mirbat genau hat, vermag keiner so richtig kundzutun. Es wird jedoch heute von einer Einwohnerzahl von um die 7.300 Omanis ausgegangen. Für ein Land wie den Oman sind das Dimensionen, die bereits als größere Ortschaft anzusehen sind.

Solltest Du konsularische Angelegenheiten klären wollen, vertritt Dich die Deutsche Botschaft in der Hauptstadt Muscat. In dringenden Angelegenheiten erreichst Du sie persönlich am schnellsten via Inlandsflug von Salalah nach Muscat. Die Adresse der Deutschen Botschaft lautet: Diplomatic Area, Al-Khuwair, Jami’at Al-Duwal Al-Arabiah Street, Maskat. Telefonisch erreichst Du sie unter +968 2469 1218.

Man mag es kaum glauben und doch kannst Du Dir die Augen reiben, denn in Mirbat gibt es sogar ein Krankenhaus. Dieses stellt eine medizinische Erstversorgung sicher. Es ist das Mirbat Hospital und am sichersten via Eingabe der Koordinaten 16.998058, 54.701815 erreichbar. Wenn Du vorab anrufen möchtest, hast Du unter +968 23 268316 einen heißen Draht. Das nächstgrößere Krankenhaus findest Du im 78 km entfernten Salalah. Kalkuliere bis dorthin mit etwa einer Stunde Fahrzeit. Absolutes Must-have: Eine Auslandskrankenversicherung! Wenn möglich, lasse Dir von Deiner Versicherungsgesellschaft eine Bestätigung über Deinen Versichertenstatus in arabischer Sprache ausstellen. Auch wenn Englisch im Oman weit verbreitet ist, gehst Du so in einem Notfall möglichen Verständigungsschwierigkeiten in einem nicht ganz so hochmodernen Ort wie Mirbat aus dem Weg.

Falls Du die Polizei benötigst, navigiere in die Al Hesn Street in Mirbat. Die Royal Oman Police Mirbat ist via +968 9733 2655 telefonisch für Dich da. Der Notruf lautet landesweit auf 9999. Kleiner Tipp zur omanischen Straßenverkehrsordnung: Kamele haben IMMER „Vorfahrt“! Sollte eines eine Kollision nicht überleben, kann dies empfindlich an den Geldbeutel gehen. Es werden Beträge von um die 5.000 Omanische Rial fällig.

Etwas schwieriger gestaltet es sich, in Mirbat selbst ein Taxi zu rufen. Da sich der leidenschaftliche Ausbau der hiesigen Infrastruktur in Grenzen hält, ist es empfehlenswert, das Bestellen eines Taxis über die Hotel-Rezeption erledigen zu lassen. Das hat auch den Vorteil, dass Dein Taxi schnell zur Stelle ist, da den Taxifahrern die wenigen gefragten Hotels der Stadt besonders geläufig sind.

Restaurants in Mirbat – libanesischer Schmelz auf der Zunge vs. Sinfonien frischer Meeresküche

Ahla Beirut Restaurant
Wenn Du auf der Suche nach einer renommierten Küche bist, die sich nicht in einem Hotel befindet, ist das Ahla Beirut Restaurant Deine ultimative Lösung. Du findest es ganz in der Nähe vom Roshan Resort. Lasse Deinen Gaumen von libanesischer Küche kitzeln und probiere Dich durch die unendliche Vielfalt an Fleisch- und Fischgerichten. Die Reisportionen sind derart üppig, dass Du mit einer Portion locker zwei Leute satt bekommst und auch die gemischten Vorspeisen sowie die legendären Burger sind eine Sünde wert. Dazu gibt es einen frisch gepressten Saft aus der Prärie. Was will man schon mehr? In dem traditionellen Haus speist Du in lockerer Atmosphäre. Dennoch ist die Küche gehoben, das Ambiente sehr gepflegt und der Service absolut exzellent. Überrascht wirst Du sein, wenn Du die Rechnung präsentiert bekommst. Denn für die Menge und Qualität an Speisen ist der Preis dann doch eher niedrig bemessen. Klingt nach einem fantastischen Preis-Leistungs-Verhältnis, oder? Vom Roshan Resort in Mirbat im Oman aus bist Du am Ahla Beirut Restaurant in Windeseile. Plane dafür einen Fußweg von lediglich 5 Minuten ein. Du biegst auf der Zuhayr Street einfach einmal nach rechts und dann gleich wieder links auf die Mirbat Street ab. Gleich linker Hand wirst Du dann das Ahla Beirut Restaurant entdecken.

Al Dana Seafood Restaurant
Für ein feines Vergnügen mit frischem Seefisch offeriert Dir das Al Dana Seafood Restaurant eine schmackhafte Auswahl fangfrischer Meeresspezialitäten. Das elegante Etablissement befindet sich im KAIRABA Mirbat Resort und ist ein À-la-carte-Restaurant mit einem stilvollen Ambiente. In unmittelbarer Nähe zur Küste findest Du das Al Dana Seafood Restaurant im Hotelkomplex in der Al Fath Street. Da die Al Fath Street eine große Hauptstraße ist, die direkt im Stadtkern von Mirbat entspringt, fährst Du sie einfach geradeaus bis zum bitteren Ende, wo es außer zum Wasser nicht mehr weitergeht. In dem High-end Getaway lässt Du 5-Sterne-Prosecco auf Deiner Zunge perlen, feinste Saucen Deinen Gaumen entlangrinnen und ein paar Scheinchen mehr aus Deinem Portmonee. Denn so exklusiv wie das KAIRABA Mirbat Resort ist, so elitär gestaltet sich das Dining Auge in Auge mit Langusten & Co. Dementsprechend darfst Du im Al Dana Seafood Restaurant auch einen höchst zuvorkommenden Service erwarten, der auch dann ausgesprochen freundlich ist, wenn das Al Dana gut gebucht und es fürs Personal etwas stressiger wird. Außerdem kannst Du Dich auf ein nobles Ambiente mit arabisch-maritimer Atmosphäre freuen. Zu den absoluten Must-tastes des Restaurants gehören Hummer, Tigergarnelen und Meeresfrüchte frisch vom Grill. Import ist hier übrigens kein Thema. Gefangen wird direkt vor Ort – so wie es sich für omanisch-authentische Küche gehört.

Einkaufsmöglichkeiten in Mirbat

Basics für die klassische Versorgung irgendwo im Nirgendwo

Al Maha Shopping Center

In Mirbat unterwegs, darfst Du Dich daran gewöhnen, dass die Dimensionen durchweg etwas kleiner ausfallen als in den omanischen Hotspots Muscat und Salalah. Insofern ist die Bezeichnung „Shopping Center“ für das Al Maha etwas unglücklich, denn es handelt sich eher um einen kleinen Supermarkt. Er rüstet Dich mit allem Lebensnotwendigen für Deine Ausflüge in die Umgebung von Mirbat im Oman aus. Auch Haushaltsartikel und Kosmetika kannst Du hier kaufen – perfekt, um Gepäck zu sparen und Dich vor Ort mit notwendigen Vorräten auszustatten. Das Personal im Al Maha Shopping Center in Mirbat ist – typisch omanisch, wie kann es anders sein – sehr freundlich und wird Dir stets mit einem Lächeln begegnen.

Al Maha Shopping Center

Den Konsumtempel Al Maha Shopping Center findest Du in der Nähe der Mirbat Fishermen’s Marina. Folge einfach der Al Marasy Street geradeaus und biege an der zweiten Straße nach dem Kreisverkehr rechts ab. Direkt an der nächsten Abbiegung wirst Du ein paar Omanische Rial los. Geöffnet ist täglich (auch am Wochenende) von 09:00 bis 23:30 Uhr.

Hotels in Mirbat – Übernachten zum einmaligen Sound der anrollenden Meeresbrandung

KAIRABA Mirbat Resort

Die nobelste Gelegenheit, in tintenblauer Nacht mit den omanischen Sternen zu tanzen, offeriert Dir das 5-Sterne-Luxushotel KAIRABA Mirbat Resort. In der weitläufigen Anlage, außerhalb des Stadtkerns an einer großen, aber dennoch verträumten Bucht gelegen, begegnest Du einem bunten Gästeklientel aus Europa und den arabischen Ländern – von der Burka bis zum Tanga in vielfältigste Gewänder gehüllt. Kultur pur! Von Deinem Bett aus kannst Du direkt an die Meeresbrandung rollen und Dir anschließend bei einem Cocktail in der „The Wharf Bar“ am Lagunen-Pool das Sonnenhütchen tiefer in die Stirn ziehen. Das Edel-Restaurant stellt Dir arabische sowie internationale Spezialitäten vor und die balinesische Massage ist so gut, dass Du glatt die Handpaddel auspacken könntest, um den Indischen Ozean mit dem Ziel der ayurvedischen Heimat Asien zu durchqueren.

Roshan Resort

Solltest Du hauptsächlich des Schnorchelns und Tauchens wegen den Tauch-Hotspot Mirbat im Oman bereisen, wird Dich im 3-Sterne Roshan Resort eine echte Rarität erwarten. Die Anlage mit familiärer Atmosphäre ist nahe der Altstadt Mirbats am Ende der Mirbat Street/Ecke Zuhayr Street direkt am Traumstrand gelegen und lässt Dich am eigenen Hausriff selig abtauchen. Das Resort-Management ist in deutscher Hand und hat mit der Tauchbasis „Sumhuram Divers“ einen echten Logenplatz für die faszinierenden Tauchgänge in omanischen Feuchtgebieten geschaffen. Auch eine ortstreue Delfin-Kolonie kannst Du mit etwas Geduld in der Bucht grüßen. Dein Haupt bettest Du in Bungalows zum Nachtschlaf und im Hotel-Restaurant speist Du auf der großzügigen Terrasse mit direktem Blick aufs Meer. Seafood, orientalische Spezialitäten und mongolisches Barbecue lassen kaum noch kulinarische Wünsche offen. Das Klientel im Roshan Resort ist eher europäisch und die Anlage strahlt ein ruhiges, gelassenes Flair aus. Wenn Du keine großen Ansprüche an Design und Luxus hast, sondern eher die Natur und die damit verbundene Stille schätzt, bist Du im Roshan Resort genau richtig.

Ausgehen in Mirbat – der Bär steppt (zaghaft) im Luxus-Hotel

Bars, in denen sich die Einheimischen einem illustren Vergnügen hingeben, wirst Du in Mirbat so gut wie nicht finden. Daher bist Du gut beraten, Dich in Sachen Cocktails, Tanz und lockerer Atmosphäre den wenigen Top-Hotels der Stadt hinzugeben. Eine beliebte Bar ist die „Champions Sport Bar“ im KAIRABA Mirbat Resort. Hier kannst Du Dir einen leckeren Sundowner gönnen und Dich einfach eine Zeit lang vom omanischen Pulsschlag tragen lassen.

 

leladjehuti
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„Such Dir eine Aufgabe die Du liebst und Du wirst nie wieder arbeiten müssen.“ Konfuzius hat recht! Schon seit meiner Kindheit immer auf großer Fahrt von Augsburg nach Sarajevo ist diese Leidenschaft fürs Reisen bis heute geblieben. Und das obwohl... [mehr über mich]

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